Quicklinks

Die letzten 11 Beiträge

Kettenspiele

Ich möchte hier eine Praxis erläutern, mit der Geld und Ressourcen beim Ketten- und Ritzelwechsel eines viel gefahrenen Fahrrades gespart werden können. Auf den ersten Blick eine Empfehlung für Kilometerfresser, aber es verdeutlicht sehr schön, wie man sparen kann, indem man routinierte Dinge etwas anders angeht.

 

Normalerweise heißt es immer, nach 2.000 km die Kette wechseln, da sie sich zu diesem Zeitpunkt schon gelängt hat. Das empfehlen viele Fahrradläden und Vielfahrer. Manch ein Fahrrad schafft diese Laufleistung nicht mal in seinem ganzen Fahrradleben. Ich verfahre zwischen 1-2 Ketten mit einer Laufleistung von ca. 3.000-4.000km im Jahr. Kuriere und Radreisende fahren sicher um ein vielfaches mehr.

 

Nun ist es aber so, das die Kette keineswegs nach 2.000 km kaputt ist. Durch die Bewegung der Kette, werden die Ritzel (hinten) und die Kettenblätter (vorne) abgeschliffen und abgefahren. Das passiert, da das Material der Kette härter ist, als das der Zähne. Wenn sich die Kette gelängt hat ist der Abstand der Kettenglieder zueinander länger als bei einer neuen Kette und die Zähne der Ritzel werden anders abgeschliffen. Die Zähne sehen dann zuerst wie Haifischflossen und später wie asiatische Wurfsterne aus. Gut auf dem Bild zu sehen.

So lange die Kette mit dem Ritzel und den Kettenblättern gemeinsam alt werden ist alles in Ordnung. Aber wehe man verpasst den richtigen Zeitpunkt, der etwa bei 2.000 km liegt. Die Ritzel sind zu diesem Zeitpunkt so weit abgefahren, dass eine neue Kette durchrutscht, wenn man ordentlich in die Pedale tritt. Wer das schon einmal erlebt hat, möchte es bestimmt nie wieder. Ich hatte das Vergnügen auf einer Kreuzung  und lag gefühlte 5 Sekunden waagerecht auf dem Lenker bis mich mein Oberrohr an einer empfindlichen Stelle abbremste. Ein Wunder, dass ich nicht im hohen Bogen vom Rad gesegelt bin. So manch ein Autofahrer hat sich vermutlich köstlich amüsiert und mir zugeschaut wie ich mich von der Kreuzung geschleppt habe.

 

Wenn man die Kette also normal alle 2.000 km wechselt, dann hält eine Ritzelkassette, bevor sie abgefahren ist, ca. drei Ketten, bzw. 6.000 km.

Das Wechselsystem

Ich kaufe mir drei neue Ketten und fahre jede Kette nur 1.000 km. Nach 3.000 km wechsle ich wieder auf die erste Kette und fahre sie wieder nur 1.000 km. Danach das gleiche mit Kette 2 und 3. Dadurch, dass jede Kette immer nur 1.000 km gefahren wird, längen sie sich nicht so stark und die Ritzelkassette nutzt sich langsamer, und mit allen drei Ketten gleichmäßig, ab. Das kann ca. 5 mal wiederholt werden. Am Ende steht bei 15.000 km ein Verbrauch von einer Ritzelkassette und drei Ketten. Zusätzlich braucht man noch ein Kettenschloss, welches geöffnet werden kann.

 

Im alt hergebrachten Rhythmus wären bei 15.000 Kilometern 7,5 Ketten und 2,5 Ritzelkassetten verbraucht worden. Die vorderen Kettenblätter halten ein bisschen länger und müssen nach Gefühl und Sichtung getauscht werden. Die habe ich in meiner Rechnung jetzt außen vorgelassen, kämen aber noch mit oben drauf.

Abrechnung:

Bei Preisen (mittel-hohe Qualität) von 20 € pro Kette, 50 € für eine Kassette und 5 € pro Kettenschloss (3) ist es eine einfache Rechnung:

Der normale Wechsel kostet auf 15.000 Kilometern 275 € und der turnusmäßige Wechsel von drei Ketten nur 125 €.

Ersparnis: 150 €, fast 2 kg Metallschrott aus 1,5 Ritzelkassetten und 4,5 Ketten.

Heimwerker0

Finanzen0

Öko0

Fun0

No Comments

Post a Comment