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Imprägnierung erneuern

Eine Anleitung zum Imprägnieren von wasserdichten Jacken oder Hosen. Die Imprägnierung von Kleidungsstücken aus Kunstfaser sollte regelmäßig erneuet werden, um die optimale Funktion zu erhalten. Baumwollmischgewebe oder andere Stoffe müssen anders behandelt werden.

 

Wenn die Imprägnierung einer Jacke nachlässt, erkennt man es deutlich daran, dass sich der Außenstoff mit Wasser vollsaugt, eine dunklere Färbung annimmt und der Regen nicht mehr abperlt. Gut zu sehen auf dem zweiten Bild in diesem Artikel. Ist der Außenstoff der Jacke mit Wasser vollgesaugt, geht die Dampfdurchlässigkeit auf ein Minimum zurück und es kann zu Kondensfeuchtigkeit auf der Innenseite der Jacke kommen. Dies ist eine Situation, in der man das Gefühl hat, dass die Jacke undicht ist. Nun ist es aber so, das eine wasserdichte Jacke immer wasserdicht bleibt. Undicht wird eine jacke nur, wenn der Stoff gerissen ist oder durch altersbedingte Materialermüdung die Feuchtigkeit wirklich durchlässt. Die Materialermüdung tritt nach ca. 7-10 Jahren ein. Bei intensiver Nutzung der Jacke, z.B. mit schwerem Gepäck, kann dies auch deutlich früher passieren. Vor einer neuen Imprägnierung die Jacke genau untersuchen, ob Beschädigungen vorhanden sind und diese gegebenenfalls flicken. Wenn die weiße wasserdichte Schicht auf der Innenseite der Jacke zu bröseln anfängt, ist die Jacke defekt. Dann hilft auch kein Imprägnieren mehr. Softshelljacken sind übrigens nicht wasserdicht; ein imprägnieren kann aber die wasserabweisende Fähigkeit unterstützen.

Nachlassende Imprägnierung einer wasserdichten Jacke

Nachlassende Imprägnierung einer wasserdichten Jacke (dunkle Stellen)

Intensivreinigung per Hand

Grobe Verunreinigungen, z.B. an Ärmelbündchen oder Halsbereich, mit Gallseife und einem Schwamm (weiche Seite) oder Handbürste reinigen. Dazu die Jacke anfeuchten, die Seife in den Schwamm einreiben und auf der Jacke die besonders verschmutzten Stellen bearbeiten. Vorher an einer kleinen Stelle testen ob die Jacke sich bei der Behandlung verfärbt.

 

Hauptreinigung mit der Waschmaschine

Darauf achten, dass alle Reißverschlüsse und Klettverschlüsse geschlossen sind, da sie in der Waschmaschine mechanisch sehr belastet werden und kaputt gehen könnten. Die Jacke auf links drehen und in der Waschmaschine bei 30° in einem Schonwaschgang waschen. Möglichst schonendes und flüssiges Waschmittel benutzen. Die Hersteller der Imprägnierflüssigkeiten bieten in der Regel auch Waschmittel an. Meiner Erfahrung nach lohnt es sich, beim gleichen Hersteller der Mittel zu bleiben, da sie aufeinander aufbauen und dadurch eine bessere Wirkung erzielen. Auf keinen Fall Weichspüler benutzen, da damit die Fasern der Jacke zerstört werden.

 

Nur Anschleudern

Kunstfaserjacken niemals mit der vollen Leistung der Waschmaschine schleudern, da bei hohen Drehzahlen die Gefahr besteht, dass die Feuchtigkeit mit grßem Druck durch die Membran gepresst wird und diese damit beschädigen kann. Gleichzeitig ist die Belastung, z.B. beim Knicken, für das Material sehr hoch. Da die Jacke bei dem nächsten Arbeitsschritt eh feucht/nass sein muss, kann die niedrigste Drehzahl gewählt werden.

 

Art der Imprägnierung auswählen

Es gibt verschiedene Varianten einer Imprägnierung. Sprühen oder Einwaschen. Das bessere Endergebnis erhält man durch das Aufsprühen der Imprägnierflüssigkeit. Allerdings ist es auch komplizierter und birgt die Gefahr, dass eine Stelle vergessen oder weniger gut eingesprüht wird. Für die Dampfdurchlässigkeit der Jacke ist das Sprühen besser, da nur die Außenseite eingespüht wird. Beim Einwaschen dagegen wird auch die Innenseite der Jacke mit imprägniert. Trotzdem man die Innenseite mit einem feuchten und sauberen Schwamm abreiben kann, um möglichst viel von der eingewaschenen Imprägnierung zu entfernen, geht es doch zu Lasten der Dampfdurchlässigkeit. Großer Pluspunkt für das Einwaschen ist die einfachere Handhabung. Ich persönlich mache es so, dass ich meine teure, hoch dampfdurchlässige Jacke einsprühe und bei der günstigen nicht so guten Jacke die Imprägnierung einwasche.

Abraten möchte ich hier von den „Wundermitteln“, die versprechen, dass die Jacke in einem Waschgang automatisch gereinigt und imprägniert wird. Finger weg. Taugt nicht.

 

Variante Einwaschen der Imprägnierung

Die feuchte und gereinigte Jacke auf links drehen und in die Waschmaschine geben. Die Imprägnierflüssigkeit in den Waschmittelschacht kippen und ein Schonwaschprogramm mit 30° auswählen. Manche Maschinen haben heute bereits ein Sonderprogramm zum Imprägnieren – dann natürlich dieses wählen. Wichtig ist, dass die Flüssigkeit nicht während des Waschprogrammes abgesaugt wird, um mit neuem Wasser zu spülen. Damit würde die gerade aufgebrachte Imprägnierung sofort wieder abgespült werden. Deswegen auch den Spülvorgang am Ende des Waschprogrammes abbrechen.

Jacke entnehmen (immer noch auf links gedreht) und auf dem Boden ausbreiten. Mit einem feuchten Lappen oder Schwamm die Innenseite abreiben, um die Imprägnierung auf der Innenseite, so gut es geht, zu entfernen. Weiter bei „Mit Wärme behandeln“.

 

Variante Einsprühen

Die gereinigte Jacke unbedingt im feuchten Zustand imprägnieren, da sich sonst das Spray nicht gut verteilt und schlechter einzieht. Nach dem Waschvorgang die feuchte Jacke auf rechts drehen und entweder hängend oder liegend gut flächig einsprühen. Darauf achten, dass wirklich alle Stellen gleichmäßig behandelt werden. Überschüssige Imprägnierflüssigkeit, die sich in Falten sammelt, mit einem feuchten Tuch verreiben, da sonst weiße Striemen entstehen. Weiter bei „Mit Wärme behandeln“.

 

Mit Wärme behandeln

Absolut wichtig ist die Wärmebehandlung der frisch imprägnierten Jacke um die Imprägnierung haltbar zu machen. Durch die Wärme wird die Imprägnierung regelrecht in die Faser „eingeschmolzen“. Am besten die Jacke links herum für 30 bis 45 Minuten in einen Trockner geben. Bitte die Herstellerangaben in der Jacke zur Trocknerbenutzung beachten. Aber wer hat schon einen Trockner? Ich lade mich entweder bei Freunden mit Kaffee und Kuchen ein oder genieße die immer etwas skurrilen Gestalten in den berliner Waschsalons.

Wenn man diesen Vorgang vernachlässigt, dann liegt die Imprägnierung nur auf der Jacke drauf und wird allein durch Bewegung oder Reibung eines Rucksackes sofort runtergerieben. Damit war der komplette Imprägniervorgang für die Katz.

Alternativen für die Wärmebehandlung gibt es zwar, sind aber nicht zu empfehlen. Ein Föhn ist sehr punktuell und unter Umständen zu heiß. Es ist schwer damit die Fläche gleichmäßig zu erwärmen. In den Herstellerangaben wird immer wieder das Bügeleisen angegeben. Ich, für meinen Fall, traue mich nicht mit einem Bügeleisen an eine Kunstfaserjacke. Auch würde ich vom Backofen abraten, da dabei die Feuchtigkeit nicht ausreichend abgeführt wird und die Jacke im gefalteten Zustand nicht gleichmäßig erwärmt wird – würde aber vielleicht nach Kuchen riechen.

 

Keine Pausen

Bitte nehmt euch die Zeit und versucht alle Arbeitsschritte ohne Pausen durchzuführen. Bei Unterbrechungen besteht die Gefahr, dass z.B. die Jacke vor dem Imprägnieren abtrocknet und dadurch das Endergebnis deutlich schlechter ausfällt.

Trocken durch den Regen

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