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Eine scharfe Sache: Klingen abziehen

Stumpfe Klingen sind für mich ein Graus. Messer müssen nur eines: Schneiden! Und das können sie nur, wenn sie scharf sind. Damit sie das sind und vor allem bleiben, müssen nur ein paar Dinge beachtet werden.

 

Klingenqualität

Es fängt mit der Qualität an. Es macht keinen Sinn, billige Messer zu kaufen. Meist ist der Stahl zu schlecht, wird sofort stumpf und lässt sich kaum nachschärfen. Lieber ein paar Euros mehr investiert, dafür garantierte Freude wenn die Klinge Obst und Gemüse in feine Scheiben säbelt ohne ein vegetarisches Massaker anzurichten, wenn das Steak in leckere Bissen zerlegt wird, ohne dass man die Fasern „durchsägen“ muss oder die Rasierklinge elegant übers Kinn gleitet.

 

Aber nur weil eine Klinge kostbar und qualitativ hochwertig ist, heißt das noch lange nicht, dass sie keiner Pflege oder besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Wer nur stumpfe Messer gewohnt ist und noch nie eine Klinge geschärft hat, wird nachdem er sich ein teures Küchenmesser gekauft hat, nach wenigen Wochen enttäuscht sein: Die neue Klinge ist genauso stumpf wie die billigen! War es also reine Geldverschwendung? In diesem Fall ja.

 

Messerpflege, Schärfe durch Abziehen erhalten

Ein Messer ist ein präzises Werkzeug und sollte auch als solches behandelt werden. Pflege und Instandhaltung sind unerlässlich. Wer also etwas Zeit und Aufwand in seine Klingen investiert, wird mit einem ganz neuen Schneid-Erlebnis belohnt werden.

 

Wichtig zu wissen ist, dass eine Klinge einen Grat besitzt. Das ist der schärfste Teil der Schneide und dementsprechend sehr dünn. Wird eine scharfe Klinge auf einer zu harten Schneidunterlage oder für zu hartes Schneidgut verwendet, knickt dieser Grat um und die Klinge fühlt sich stumpf an. Folgendes hilft, dieses Umknicken zu vermeiden:

 

  • Scharfe Messer NIE auf Tellern oder ähnlich harten Unterlagen verwenden!
  • Keine harten Dinge wie Knochen, Metall (Dosen u.ä.) oder Brotrinden (dafür gibt es spezielle Brotmesser) schneiden.
  • Nach dem Schnippeln das Geschnittene mit dem KlingenRÜCKEN in den Topf schieben, NIE mit der Schneide!
  • Nach jedem Gebrauch, die Klinge 3-4 Mal von jeder Seite über einen Wetzstahl ziehen. (Dabei wird die Kline nicht geschärft, sondern nur der Grat wieder aufgerichtet.)

 

Ist der Grat aber erstmal umgebogen und wird dann weiter mit dem Messer gearbeitet, folgt unweigerlich, dass die Klinge richtig stumpf wird. Wer sich an diese Tips hält, wird sich lange an einer scharfen Klinge freuen, ohne dass er sie komplett neue Schleifen muss.

 

Das gleiche Prinzip gilt für Rasierklingen. Sei es beim klassischen Rassiermesser, dass auf dem Laderriemen abgezogen wird, oder auch bei den Einweg-Klingen. Barthaar ist von der Härte etwa mit Kupferdraht vergleichbar. Bei ca. 11 000 Barthaaren versteht man die Belastung, welche die Klinge dabei aushalten muss. Nach ca. 3 Rasuren ist der Grat umgebogen und muss wieder aufgerichtet werden um eine sanfte Rasur zu gewährleisten.  Eine Rasierklinge ist aber nicht so leicht über einen Wetzstahl zu ziehen wie ein Küchenmesser. Dafür ist der Grat aber auch deutlich feiner und bedarf daher weniger Druck und Härte zur Aufrichtung. Bei Einwegrasierern hilft es die Klinge mehrere Male schnell ENTGEGEN der Schneidrichtung über den Unterarm oder eine Jeans zu ziehen. Es gibt auch spezielle Geräte, die mittels starker Magnetkraft die Schneiden von Rasierklingen wieder gerade biegen. Das verlängert die Lebensdauer auch billiger Einwegklingen um einiges!

 

Und als Pro-Tipp: Verlass Dich auf Dein Gefühl und nicht auf irgendwelche Herstellerangaben. Nur weil irgendein Farbstreifen auf dem Rasierer nicht mehr bunt ist, heißt das noch lange nicht, dass die Klinge stumpf ist!

 

Gungfu liefert hier einige gute Tipps zum Schleifen und Abziehen.

Der Stein schärft die Messer, aber ist selber stumpf.
- Italienisches Sprichwort

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